


Geschichte der Rauchkate
- ca. 1600 - Die Rauchkate wurde gebaut.
- ca. 1900 - Die Rauchkate ist jetzt mittlerweile schon fast 300 Jahre alt. Sie hat den 30 jährigen Krieg gut überstanden, der Dank des damaligen Grafen Anton Günter die Oldenburger Gegend weitestgehend verschonte. Die Rauchkate ist ein altes niedersächsisches Bauernhaus in dem auch die Fleisch und Wurstwaren zum Räuchern abgegeben wurden.
Durch den Rauch der offenen Feuerstelle wurden sie geräuchert. Menschen und Vieh lebten seinerzeit in einem Haus zusammen. Die Ernte wurde auf dem Dachboden und den Hillen gelagert. Die Rauchkate befand sich ursprungs an der östlichen Ortseinfahrt Neuenburgs (Heute Neuenburger Urwald, Lehmhörn). Eigentümer der Hausstelle war die Familie Anton Johann Hinrich Janßen. - 1908 - Eine Interessengemeinschaft zur Erhaltung eines niedersächsischen Hauses in Neuenburg wurde gegründet. Initiator dieser Gemeinschaft war Franz Hoffmann- Fallersleben (Sohn des Deutschlandlied Dichters), denn er weilte damals oft in Neuenburg. In diesem Jahre kaufte der Ziegeleibesitzer Wilhelm Fr.B.Röben aus Neuenburg, der Mitglied dieser Interessengemeinschaft war, der Familie Janßen ein 2.322 qm großes Trennstück mit dem daraufstehenden Gebäuden für 4.657 Mark und 60
Pfennig ab. - 1909 - Der Verein „Verein für Erhaltung eines niedersächsischen Hauses in Neuenburg“ wurde gegründet. Sein Ziel war es, das alte Gebäude für die Nachwelt als Erinnerung an die frühere heimische Bauart zu erhalten. In diesem Jahr erwarb der Verein die Kate von Herrn Röben für den selben Preis der damals an die Familie Janßen entrichtet wurde. Somit war jetzt der Verein Eigentümer der Kate.
- 1911 - Die sich neben der Kate befindliche Scheune (Bischüer) wurde nach einem Vorbild einer Scheune aus Grabstede umgebaut und erhielt die Form so wie sie auch heute noch zu sehen ist.
- 1913 - Der Heimatverein Neuenburg wurde gegründet. Damals hatte der Heimatverein noch nichts mit der Kate zu tun.
- 1923 - Interessant: Durch die Inflationszeit wurde das Eintrittsgeld auf 50 Mark festgesetzt.
- Bis 1947 - In den Kriegsjahren fanden keine besonderen Aktivitäten in der Rauchkate statt. Sie wurde weiterhin bewohnt. Als die Front näher rückte, wurden die wertvollen Museumsstücke von Heinrich Bley sichergestellt. Durch Beschuß in den letzten
Kriegstagen wurde das Dach der Kate beschädigt. Unter der Leitung von Heinrich Bley wurde mit Hilfe vieler Bürger das Dach wieder instandgesetzt. - 1949 -50 - Der Katenverein wurde aufgelöst und das Vermögen und die Rauchkate wurden dem Mitgliederstärkeren Heimatverein Neuenburg übertragen. Bis hier hatte der Katenverein die Gebäude über 40 Jahre durch 2 Weltkriege erhalten.
Nach der Übernahme durch den Heimatverein wurde das Dach neu gedeckt. Bei den
übrigen Instandsetzungsarbeiten halfen viele Neuenburger Handwerker und Bürger mit.

Die Bäuerin hatte im Backtrog den Teig gesäuert, geknetet und zu Broten
geformt.
Etwa alle 3 Wochen wurde Brot gebacken, zu den Festtagen auch „Stuten“.
Im Herbst wurde oftmals auch Obst im Backofen gedörrt, denn er hielt sich noch
mehrere Tage warm nach dem Backen.
Das Backhaus
"Backhuus"
Bis etwa 1900 stand bei jedem Bauernhaus ein Backhaus mit dem
Backofen „Backaben“ darin. Er war aus Backsteinen in Lehm gemauert. Dieses
Backhaus ist ca. 1,5 x 2,5 Meter an Fläche und um die 2 Meter hoch. Das
Heizen mit Holz, Torf oder trockenen Baumstubben besorgte meistens der
Großvater. War der Ofen heiss genug, wurde die Glut herausgerackt und das
Brot hineingeschoben.
Aber auch heute wird in diesem Ofen noch gebacken. Unter fachkundiger Hand
eines Bäckers entstehen hier manche Leckereien nach alten und neuen Rezepten.
An unseren Backtagen in den Sommermonaten zeigt der Backofen sein wahres
„Tempera“ment.
Der Ziehbrunnen (Soot)
Er lieferte das Trinkwasser für Mensch und Tier. Das Wasser war Grundwasser.
Die Brunnenröhre wurde ursprünglich aus kopfgroßen Felssteinen aufgeschichtet. Zwischen die Steine stopfte man Moos, das ließ das Grundwasser gut durch, filterte aber gleichzeitig.
Der „Sootsteert“ (Schwengel) ist beschwert mit einem dicken Stein, das erleichterte das Auf- und Abbewegen des Schwengels. Mit einem besonderen Schwung wurde das Wasser mit einem Eimer aus der Tiefe geholt. Für Mensch und Tier waren täglich viele Eimer Wasser notwendig.
Von hier wurde es mit einem „Jück“ weitertransportiert. Das Jück ist ein Tragegestell auf den Schultern, an dessen jeweilige Seite ein Eimer eingehängt werden konnte.


Die Scheune (Bischüür)
Diese Scheune zeigt uns die urtümliche Bauweise:
Auf Findlingen stehende Eckpfeiler und mächtige Eichenständer. Auch das Gebälk und die Fachwerkstreben sind einfach behauene Eichenbalken.
Das Fachwerk, ein Geflecht aus Sträuchern, wurde oftmals noch mit Lehm beworfen.
Der ursprüngliche Boden war aus Lehm wie die „Tenne“ in der Kate. Das Dach besteht aus Reith, der First aus Heide, die mit „Holzsticken“ am Riethdach befestigt ist. Solche Reithdächer isolieren gut. Im Sommer ist es in solchen Gebäuden kühl,
im Winter verhältnismäßig warm.
In der Bischüür wurden Futtervorräte gestapelt, denn hier lagerten sie luftig. Heute dient die Bischüür als Unterbringung für die vielen teilweise größeren Ausstellungsstücke.
Die Wagenremise
Durch Vermittlung von Dr. Ottenjan, Cloppenburg; konnte für den Neubau einer
Wagenremise im Jahre 1978 in Artland ein Fachwerk zum Abbruch angekauft
werden.
Im Mai 1978 wurde dieses Fachwerk in Badbergen-Vehs abgebrochen. Im Oktober des gleichen Jahres waren die Arbeiten zum Wiederaufbau auf dem Gelände der Rauchkate beim Schloss abgeschlossen.
Am 19.Mai 1979 wurde die Wagenremise eingeweiht.
Heute dient diese Remise als Unterbringung für die großen Fuhrwerke wie einen
großen Ackerwagen, ein Federwagen, eine Kutsche, einem Pferdeschlitten sowie anderen Ackergeräten aus der Landwirtschaft.




